04.12.2022
Trampolin

Ein Leben für den Trampolin-Sport

Vereinspräsident Peter Fischer ehrt Roland und Karin Köcher für 130 Jahre Mitgliedschaft in der SG Nied und bei Eintracht Frankfurt. Ein Porträt.

Roland Köcher prägte die Trampolinabteilung der SG Nied wie kein Zweiter. Am 1. November feierte der jahrelange Turner, Trainer und Abteilungsleiter stolze 70 Jahre Vereinszugehörigkeit in der SG beziehungsweise der Eintracht und damit ein herausragendes und zu würdigendes Mitgliedschaftsjubiläum und wurde dafür nun, gemiensam mit seiner Frau Karin, von Präsident Peter Fischer geehrt.

Ohne Zweifel gilt Roland Köcher als ein Urgestein des Trampolinturnens. Sowohl in der Frankfurter Region als auch über Hessens Grenzen hinaus wird sein Name mit dem Sport auf dem schwingenden Tuch in Verbindung gebracht. Und das zu Recht. 1974 kauft Roland Köcher, der zuvor als ambitionierter Turner einige Erfolge für die SG Nied verbuchte, gemeinsam mit Vereinskollegen ein Trampolin für die SG Frankfurt-Nied und ruft damit die erste Trampolinabteilung des Vereins aus dem Frankfurter Westen ins Leben.

Erfolgreiche Entwicklung

Nur kurze Zeit später versammeln sich einige neugierige Sportlerinnen und Sportler des grün-weißen Vereins rund um das neue Sprunggerät, um sich von der Sportart im Fliegen überzeugen zu lassen. Roland Köchers Frau Karin ist dabei die Erste, die mit einfachen Hopsern das Wettkampftrampolin einweiht. Unter Betreuung und Leitung Roland Köchers entsteht daraufhin eine talentierte Trampolingruppe, die zwei Jahre nach ihrer Gründung erstmals als SG Nied bei den Hessischen Meisterschaften teilnimmt und zuvor bei heimischen Vereinsmeisterschaften erste Wettkampferfahrungen sammelt. Der Gründer der Abteilung ist zu dieser Zeit nicht nur selbst Springer und Trainer, sondern erwirbt zudem sowohl die Kampfrichter-C-Lizenz als auch später die Lizenz zum Bundeskampfrichter – und das als drittbester seines Lehrjahrgangs. 1982 wird der gebürtige Griesheimer schließlich für sein Engagement im Verein gewürdigt und zum stellvertretenden Abteilungsleiter der Abteilung Turnen, zuständig für Trampolin, gewählt.

In den Folgejahren verzeichnen die Trampolinturnerinnen und -turner aus der Oeser Straße dann haufenweise Erfolge bei nationalen wie internationalen Turnieren und reisen zu unzähligen Deutschen Turnfesten. Dabei steht Roland Köcher stets als Trainer und Betreuer an der Seite des elastischen Sprungtuches. Selbst steigt er auch mit knapp 50 Jahren noch auf das Wettkampftrampolin und verstärkt zu dieser Zeit die Oberliga-Hessen-Mannschaft der grün-weißen Turner. Den Grundstein des Erfolgs legt allerdings die erste Trampolinmannschaft des Vereins, als ihr 1988 zuerst der Sprung in die Zweite Bundesliga und ein Jahr darauf der Durchmarsch in das Oberhaus der Trampolinliga gelingt. Seit 1992 verteidigen die Trampolinturner ihre Erstklassigkeit Jahr für Jahr und kehren dabei kein Mal ohne Medaille von den Bundesligafinals zurück in den Frankfurter Westen.

So wie der Adler fliegen nun die jungen Turnerinnen und Turner bei der Trampolinsparte der Eintracht in die Luft.

Roland Köcher

Über die Jahre hinweg organisiert Köcher unzählige Meisterschaften und Ligawettkämpfe in der heimischen Niddahalle und sorgt dafür, dass die SG Nied zu einem bundesweiten Zentrum des Trampolinsports heranwächst. Zu seinen größten Triumphen zählen sicherlich die fünf Meistertitel der Deutschen Vereinsmannschaften (1995, 1996, 1997, 2000 und 2001), wobei vor allem das 1996 live im deutschen Fernsehen ausgetragene Bundesligafinale in der Niddahalle herausragt, bei dem es der Trampolingruppe unter Roland Köchers Anleitung glückt, den Meistertitel aus dem Vorjahr zu verteidigen: „Das Bundesligafinale in der eigenen Halle austragen zu können, war für alle Beteiligten eine außergewöhnliche Erfahrung. Die Stimmung und die Atmosphäre in der Niddahalle waren einmalig und berauschend. Für mich war das einer der schönsten Momente meiner Trampolinlaufbahn.“

Roland Köcher, für den die kurze Schwerelosigkeit in der Luft den Zauber der Sportart ausmacht, schaut heute auf ein ausgefülltes Vereinsleben zurück, das von Erfolgen, Anerkennung und Wertschätzung geprägt ist. 2002 erhält der damals 60-Jährige die goldene Ehrennadel des Landessportbunds Hessen und wird Ehrenmitglied der SG Frankfurt-Nied. 2022 wird er außerdem im Rahmen des Frankfurter Sportabends von der Stadt Frankfurt mit der Ehrenamtsplakette ausgezeichnet. Stolz präsentiert der 80-Jährige der EvM-Redaktion sein Abzeichen. Aber auch über sein 70-jähriges Vereinsjubiläum im November diesen Jahres freut sich Köcher riesig und blickt wehmütig zurück: „Erst war ich etwas überrascht, dass es schon 70 Jahre sind. Fast mein ganzes Leben lang bin ich als Trainer, Betreuer oder Organisator im Verein tätig gewesen. Dort habe ich meine Frau Karin kennengelernt, bin mit den Trampolinturnern durch ganz Deutschland gereist und habe die Abteilung mitgeleitet. Das alles möchte ich niemals missen.“

Noch lange nicht müde

Obwohl Roland Köcher im Zuge der Vereinsübernahme 2021 seine Führungsrolle der Trampolinsparte an Anke Dannenberg abgibt, bleibt er dem Sport auf dem federnden Sprungtuch weiterhin treu. Auch sein Sohn Bernd Köcher und Rolands Frau Karin, die im Juni 2022 ebenfalls 60-jähriges Mitgliedschaftsjubiläum feierte, sind nach wie vor im Verein tätig und damit Teil der Eintracht-Trampolinfamilie. Zurzeit leitet der 80-Jährige das Trampolintraining für den Breitensport in seiner alten Heimsportstätte, der Niddahalle, und trägt dabei stolz den Adler auf der Brust: „Durch die Übernahme der Eintracht hat sowohl die Freizeit- als auch die Wettkampfgruppe der Trampolinsparte ganz neue Möglichkeiten, um unseren vielversprechenden Nachwuchs zu fördern. Die jungen Talente schöpfen ihr Potenzial aus einer neuen Einheit heraus. So wie der Adler fliegen nun die jungen Turnerinnen und Turner bei der Trampolinsparte der Eintracht in die Luft. Das ist wunderbar anzusehen.“

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